Publié le 17 avril 2024

Ein erfolgreicher barrierefreier Umbau geht weit über die reine Finanzierung hinaus; er erfordert eine vorausschauende Planung des gesamten Lebensraums.

  • Kombinieren Sie strategisch den KfW-Zuschuss 455-B für Einzelmassnahmen mit dem Zuschuss der Pflegekasse (bis zu 4.000 € pro Person) für wohnumfeldverbessernde Massnahmen.
  • Denken Sie ganzheitlich: Ein barrierefreies Bad ist nutzlos, wenn die Tür zu schmal für einen Rollstuhl ist oder Treppen unüberwindbar bleiben.
  • Integrieren Sie „unsichtbare Helfer“ wie smarte Thermostate oder Sturzsensoren, die Sicherheit, Komfort und sogar Kosteneinsparungen bringen.

Empfehlung: Erstellen Sie eine ganzheitliche Bestandsaufnahme Ihres Zuhauses, bevor Sie einzelne Förderanträge stellen, um teure Planungsfehler zu vermeiden und Synergien optimal zu nutzen.

Der Wunsch, auch im Alter oder bei körperlichen Einschränkungen in den eigenen vier Wänden wohnen zu bleiben, ist für die meisten Menschen von zentraler Bedeutung. Ein barrierefreier Umbau, insbesondere des Badezimmers, scheint oft der erste logische Schritt. Schnell rücken dabei die finanziellen Aspekte in den Fokus: Wie kann ich den Umbau finanzieren? Welche Zuschüsse gibt es? Der KfW-Zuschuss 455-B « Altersgerecht Umbauen » ist hier oft das erste Stichwort, das fällt. Viele konzentrieren sich auf die Beantragung dieses Topfes und der Leistungen der Pflegekasse.

Doch diese rein finanzielle Perspektive greift zu kurz und führt oft zu kostspieligen Fehlplanungen. Was nützt die schönste bodengleiche Dusche, wenn die Badezimmertür zu schmal für einen Rollator oder Rollstuhl ist? Was bringt ein sicheres Bad, wenn die Treppe zur unüberwindbaren Hürde wird oder eine simple Türschwelle zum Balkon eine ständige Sturzgefahr darstellt? Die wahre Kunst der Barrierefreiheit liegt nicht im Sammeln von Zuschüssen, sondern in der vorausschauenden Integration unsichtbarer Hilfen in den gesamten Lebensraum. Es geht darum, ein Umfeld zu schaffen, das nicht nur Sicherheit gewährleistet, sondern die Lebensqualität für die ganze Familie nachhaltig steigert.

Dieser Leitfaden verfolgt genau diesen ganzheitlichen Ansatz. Wir zeigen Ihnen nicht nur, wie Sie die verschiedenen Fördertöpfe optimal kombinieren, sondern lenken Ihren Blick auch auf die entscheidenden Details, die oft übersehen werden. Von der korrekten Türbreite über die Wahl des richtigen Treppenlifts bis hin zu smarten Technologien, die unbemerkt für Sicherheit und Komfort sorgen – wir führen Sie durch alle Aspekte einer gelungenen, zukunftssicheren Wohnraumanpassung.

Der folgende Artikel ist als Ihr persönlicher Berater konzipiert. Er führt Sie schrittweise durch die wichtigsten Überlegungen für einen wirklich barrierefreien und lebenswerten Wohnraum. Das Inhaltsverzeichnis gibt Ihnen einen Überblick über die Themen, die wir gemeinsam beleuchten werden.

Wie entfernen Sie Stolperfallen an Balkontüren, ohne die Dichtigkeit zu gefährden?

Eine der häufigsten und gefährlichsten Stolperfallen im Haushalt ist die Schwelle zur Balkon- oder Terrassentür. Gerade für Menschen mit Rollator oder Rollstuhl stellt sie ein erhebliches Hindernis dar. Viele scheuen jedoch den Umbau, aus Sorge, die Tür könnte danach undicht werden und Feuchtigkeit ins Haus lassen. Diese Sorge ist berechtigt, denn eine herkömmliche Absenkdichtung reicht oft nicht aus, um bei Starkregen die notwendige Dichtigkeit zu gewährleisten. Die Lösung liegt in innovativen Technologien, die eine echte Nullschwelle ermöglichen, ohne Kompromisse bei der Dichtigkeit einzugehen.

Moderne Systeme setzen hier auf Magnet-Doppeldichtungen. Beim Schliessen der Tür ziehen sich zwei Magnetprofile an und pressen die Dichtungen fest aufeinander. Dies sorgt für eine absolute Dichtigkeit gegen Wind und Schlagregen, die sogar ohne ein schützendes Vordach funktioniert. Solche Lösungen sind nicht nur komfortabel und sicher, sondern erfüllen auch die strengen Anforderungen technischer Normen. Sie sind ein perfektes Beispiel für einen « unsichtbaren Helfer », der die Lebensqualität massiv erhöht, ohne optisch als Hilfsmittel in Erscheinung zu treten.

Praxisbeispiel: Magnet-Doppeldichtung von Alumat

Der Hersteller Alumat hat eine voll barrierefreie Aussentürdichtung mit einer Magnet-Doppeldichtung entwickelt, die eine echte Nullschwelle realisiert. Diese Technologie erreicht die höchste Schlagregendichtheit der Klasse 9A nach DIN EN 12208 und erfüllt alle Anforderungen der Flachdachrichtlinie. Das System ermöglicht somit den Einbau schwellenfreier Aussentüren, selbst in witterungsungeschützten Bereichen, und stellt eine dauerhaft sichere und dichte Lösung dar.

Die Investition in eine solche hochwertige Türdichtung ist im Rahmen des KfW-Programms 455-B förderfähig, da sie eine Barriere beseitigt und die Zugänglichkeit des Aussenbereichs verbessert. Es lohnt sich, diesen Punkt in eine ganzheitliche Umbauplanung von Anfang an mit einzubeziehen.

Wanne zur Dusche: Welche Umbauten zahlt die Pflegekasse zusätzlich?

Der Umbau von einer Badewanne zu einer bodengleichen Dusche ist die Kernmassnahme für ein barrierefreies Bad und verbessert die Sicherheit und Selbstständigkeit enorm. Wenn bei der pflegebedürftigen Person ein anerkannter Pflegegrad (1 bis 5) vorliegt, wird diese Massnahme als wohnumfeldverbessernde Massnahme grosszügig bezuschusst. Es ist ein weit verbreiteter Irrglaube, dass die Pflegekasse nur den reinen Austausch von Wanne zu Dusche finanziert. Tatsächlich umfasst der Zuschuss ein ganzes Bündel an notwendigen Begleitarbeiten, die für eine sichere Nutzung unerlässlich sind.

Barrierefreies Badezimmer mit bodengleicher Dusche und Haltegriffen, das Sicherheit und Komfort ausstrahlt.

So übernimmt die Pflegekasse auch die Kosten für rutschhemmende Bodenfliesen im gesamten Bad, die Installation von stabilen Haltegriffen in der Dusche und am WC, den Einbau eines Duschsitzes oder den Austausch des Waschtisches gegen ein unterfahrbares Modell. Auch die Montage einer Thermostatarmatur, die vor Verbrühungen schützt, gehört zu den förderfähigen Massnahmen. Eine oft gestellte Frage ist, ob man den Zuschuss der Pflegekasse mit der KfW-Förderung kombinieren kann. Die Regel ist einfach: Für dieselbe Massnahme (z.B. die bodengleiche Dusche) geht das nicht. Sie können aber sehr wohl verschiedene Massnahmen aus unterschiedlichen Töpfen finanzieren – zum Beispiel die Dusche über die Pflegekasse und die Türverbreiterung über die KfW.

Der folgende Vergleich zeigt, welche Institution typischerweise welche Massnahmen fördert und wo sich eine strategische Kombination lohnt. Der Zuschuss der Pflegekasse ist dabei besonders attraktiv, da er nicht zurückgezahlt werden muss.

Vergleich förderbarer Massnahmen: Pflegekasse vs. KfW 455-B
Massnahme Pflegekasse KfW 455-B Kombinierbar
Bodengleiche Dusche ✓ ✓ Nein (gleiche Massnahme)
Rutschhemmende Bodenbeläge ✓ ✓ Nein
Haltegriffe ✓ (als Hilfsmittel) ✓ Ja (verschiedene Töpfe)
Unterfahrbarer Waschtisch Selten ✓ Ja
Thermostatarmatur ✓ ✓ Nein
Türverbreiterung ✓ ✓ Nein

Sitzlift oder Plattformlift: Was passt in ein enges Reihenhaus-Treppenhaus?

Ein barrierefreies Zuhause endet nicht an der Badezimmertür. Treppen sind oft die grösste Barriere, die den Zugang zu oberen Stockwerken und damit zu wichtigen Lebensräumen wie dem Schlafzimmer unmöglich macht. In typisch deutschen Reihenhäusern mit ihren oft schmalen und gewundenen Treppenhäusern stellt sich schnell die Frage: Sitzlift oder Plattformlift? Die Entscheidung hängt von zwei Faktoren ab: dem Platzbedarf und der zukünftigen Mobilität des Nutzers. Ein Sitzlift ist die kompaktere und kostengünstigere Variante. Er benötigt nur eine schmale Schiene an der Wand oder am Geländer und lässt genügend Restlaufbreite für andere Personen.

Ein Plattformlift hingegen ist für die Nutzung mit einem Rollstuhl konzipiert und benötigt daher deutlich mehr Platz. Die Treppe muss eine Mindestbreite von etwa einem Meter aufweisen, damit der Lift installiert werden kann und die Funktion als Fluchtweg erhalten bleibt. Für enge Reihenhäuser ist ein Sitzlift daher oft die einzig realisierbare Lösung. Experten raten hier zu speziellen Kurvenliften, die massgefertigt werden und sich exakt an den Verlauf der Treppe anpassen.

Bei aufwendigen Installationen an Kurventreppen müssen die Führungsschienen massgefertigt werden. Für enge Reihenhäuser empfehlen wir Kurvenlifte mit spezieller Parkkurven-Technologie am Ende der Schiene.

– TS Treppenlifte, Treppenlift Kosten: Preise 2026

Diese Technologie ermöglicht es, den Sitz am Ende der Fahrt in eine « Parkbucht » zu fahren, wo er den Durchgang minimal blockiert. Die folgende Tabelle gibt einen schnellen Überblick über die wichtigsten Unterschiede, um Ihnen bei der Vorentscheidung für Ihr Reihenhaus zu helfen.

Vergleich Sitzlift vs. Plattformlift für Reihenhäuser
Kriterium Sitzlift Plattformlift
Platzbedarf Treppe 45-60 cm 90-120 cm
Anschaffungskosten 3.500-15.000 € 9.000-25.000 €
Wartungskosten/Jahr 200-300 € 300-500 €
TÜV-Prüfung Freiwillig Oft verpflichtend
Stromverbrauch/Jahr ca. 20-40 € ca. 50-80 €
Eignung Rollstuhl Nein Ja
Mindestlaufbreite 70 cm 100 cm

Der Fehler, das Bad zu sanieren, aber die Türbreite für den Rollstuhl zu vergessen

Es ist einer der häufigsten und ärgerlichsten Fehler bei der Badsanierung: Man investiert viel Geld in eine moderne, bodengleiche Dusche und hochwertige Armaturen, doch am Ende stellt sich heraus, dass die Badezimmertür zu schmal ist. Standardtüren in älteren Gebäuden haben oft nur eine lichte Breite von 68 bis 75 cm. Das mag für gehende Personen ausreichen, für einen Rollator wird es bereits eng und für einen Standard-Rollstuhl ist es ein unüberwindbares Hindernis. Eine vorausschauende Planung muss diesen Aspekt zwingend von Anfang an berücksichtigen.

Die massgebliche Norm für barrierefreies Bauen in Deutschland gibt hier klare Vorgaben. So empfiehlt die DIN 18040-2 für Rollstuhlnutzung eine lichte Durchgangsbreite von mindestens 90 cm. Um dies zu erreichen, ist oft eine bauliche Verbreiterung der Türöffnung notwendig. Bei nicht tragenden Wänden ist dies meist unkompliziert. Handelt es sich jedoch um eine tragende Wand, was in Altbauten häufig der Fall ist, wird der Eingriff komplexer und teurer. Es muss zwingend ein Statiker hinzugezogen werden, um die Lastabtragung neu zu berechnen und einen passenden Stahlträger (Sturz) einzuplanen. Die Kosten können sich dadurch schnell verdoppeln, und unter Umständen ist sogar eine Baugenehmigung erforderlich.

Diese Mehrkosten und der zusätzliche Aufwand sind jedoch gut investiertes Geld. Eine nachträgliche Türverbreiterung nach der Badsanierung ist ungleich aufwendiger, schmutziger und teurer, da Fliesen, Putz und eventuell sogar Leitungen wieder beschädigt werden. Denken Sie daher ganzheitlich: Ein barrierefreies Bad beginnt vor seiner Tür. Die Investition in die richtige Türbreite ist ebenso förderfähig durch die KfW oder die Pflegekasse und sichert die Nutzbarkeit des Bades für die Zukunft.

Wann retten Sturzsensoren im Bodenbelag Leben?

Die grösste Angst von alleinlebenden Senioren und ihren Angehörigen ist ein Sturz ohne die Möglichkeit, Hilfe zu rufen. Ein klassischer Hausnotrufknopf, der am Handgelenk getragen wird, bietet zwar eine gewisse Sicherheit, doch was passiert, wenn die Person nach dem Sturz bewusstlos ist oder den Knopf nicht mehr erreichen kann? Genau hier setzen moderne « Ambient Assisted Living » (AAL)-Systeme an. Diese « unsichtbaren Helfer » sind direkt in die Wohnumgebung integriert und agieren vollautomatisch. Eine der wirksamsten Technologien sind dabei Sturzsensoren, die im Bodenbelag oder unter Teppichen installiert werden.

Diese Sensoren arbeiten nicht mit Kameras, sondern erfassen lediglich Bewegungsmuster und Druckveränderungen – und das absolut datenschutzkonform nach DSGVO-Standards. Das System lernt die normalen Bewegungsprofile des Bewohners. Erkennt es ein Muster, das auf einen schnellen, unkontrollierten Sturz hindeutet, löst es automatisch eine vordefinierte Notfallkette aus. Dies kann ein Anruf bei den Angehörigen, bei einem Pflegedienst oder direkt bei der Notrufzentrale sein. So wird auch dann Hilfe alarmiert, wenn die gestürzte Person selbst dazu nicht mehr in der Lage ist. Solche Systeme können buchstäblich Leben retten, indem sie die Zeit bis zum Eintreffen von Hilfe entscheidend verkürzen.

Praxisbeispiel: AAL-Systeme in deutschen Seniorenwohnungen

Moderne AAL-Systeme mit integrierter Sturzsensorik werden zunehmend in Seniorenwohnungen eingesetzt. Die Installation kostet zwischen 2.000 und 5.000 Euro. Wichtig zu wissen ist, dass diese Systeme als wohnumfeldverbessernde Massnahme gelten und somit von der Pflegekasse mit bis zu 4.000 Euro (bei anerkanntem Pflegegrad) bezuschusst werden können. Die Kombination mit einem klassischen Hausnotrufsystem ist ebenfalls sinnvoll, da die Pflegekasse dessen laufende Kosten mit bis zu 25,50 € monatlich übernimmt.

Die Investition in eine solche Technologie ist eine Investition in die Sicherheit und die seelische Ruhe aller Beteiligten. Sie ermöglicht es Senioren, länger und sicherer in ihrer vertrauten Umgebung zu leben, während die Angehörigen die Gewissheit haben, dass im Notfall schnell und automatisch Hilfe unterwegs ist.

Wann zahlt die Kasse bis zu 4.000 € für den Treppenlift?

Ein Treppenlift ist oft die entscheidende Massnahme, um ein mehrstöckiges Zuhause weiterhin vollständig nutzen zu können. Die Kosten für einen Lift, insbesondere für einen massgefertigten Kurvenlift, können jedoch erheblich sein und zwischen 3.500 und 15.000 Euro liegen. Eine entscheidende finanzielle Unterstützung bietet hier die Pflegekasse. Sobald eine Person einen anerkannten Pflegegrad (von 1 bis 5) hat, kann sie einen Zuschuss für wohnumfeldverbessernde Massnahmen beantragen. Der Treppenlift ist eine klassische Massnahme dieser Art.

Der Zuschuss beträgt bis zu 4.000 Euro pro pflegebedürftiger Person. Dieser Betrag muss nicht zurückgezahlt werden. Wohnen mehrere anspruchsberechtigte Personen in einem Haushalt, können die Zuschüsse gebündelt werden. Der Gesamtbetrag ist auf maximal vier Personen, also 16.000 Euro, gedeckelt. Ein besonders relevanter Fall für viele Paare: Haben beide Ehepartner einen Pflegegrad und benötigen den Treppenlift gemeinsam, so können Ehepaare mit jeweils einem Pflegegrad bis zu 8.000 € als Gesamtzuschuss für einen gemeinsamen Treppenlift erhalten. Dies reduziert die Eigenbeteiligung erheblich.

Der Schlüssel zum Erhalt des Zuschusses liegt im korrekten Antragsverfahren. Der häufigste Fehler ist, den Treppenlift zu bestellen, bevor die schriftliche Genehmigung der Pflegekasse vorliegt. In diesem Fall kann die Kasse die Zahlung verweigern. Der richtige Weg ist, zuerst den Pflegegrad feststellen zu lassen, dann mehrere Kostenvoranschläge einzuholen und diese zusammen mit dem formlosen Antrag einzureichen. Erst nach der schriftlichen Zusage darf der Auftrag vergeben werden.

Ihr Fahrplan zum Treppenlift-Zuschuss:

  1. Pflegegrad beantragen: Nehmen Sie Kontakt zu Ihrer Pflegekasse auf und stellen Sie den Antrag auf Feststellung eines Pflegegrades. Dies ist die Grundvoraussetzung.
  2. MD-Begutachtung abwarten: Der Medizinische Dienst (MD) wird einen Begutachtungstermin vereinbaren, um den Pflegebedarf zu prüfen und einen Pflegegrad (1-5) zu vergeben.
  3. Kostenvoranschläge einholen: Sammeln Sie mindestens drei vergleichbare Angebote von verschiedenen Treppenlift-Anbietern.
  4. Antrag bei der Pflegekasse stellen: Reichen Sie einen formlosen Antrag auf « Zuschuss für eine wohnumfeldverbessernde Massnahme » zusammen mit den Kostenvoranschlägen ein.
  5. Schriftliche Zusage abwarten: Bestellen oder installieren Sie den Lift AUF KEINEN FALL vor Erhalt der schriftlichen Genehmigung. Die Bearbeitungszeit beträgt in der Regel maximal drei Wochen.

Zoo oder Museum: Welcher Ausflug eignet sich für Senioren mit Gehbehinderung und aktive Kinder?

Barrierefreiheit und Lebensqualität enden nicht an der eigenen Haustür. Gerade wenn mehrere Generationen zusammenkommen, stellt sich oft die Frage nach dem passenden Ausflugsziel. Wie kann man die Bedürfnisse eines gehbehinderten Seniors mit dem Bewegungsdrang von aktiven Enkelkindern unter einen Hut bringen? Die Lösung liegt in einer sorgfältigen Auswahl von Attraktionen, die von vornherein auf generationenübergreifende Barrierefreiheit ausgelegt sind. Viele moderne Zoos und Erlebnismuseen in Deutschland haben sich auf diese Zielgruppe spezialisiert.

Anstatt ein klassisches Kunstmuseum mit langen, stillen Gängen zu wählen, bieten sich interaktive Erlebniswelten an. Diese haben oft den Vorteil, dass sie über durchgehend ebene Wege, Aufzüge, zahlreiche Sitzgelegenheiten und behindertengerechte WCs verfügen. Zudem bieten sie oft einen Leihservice für Rollstühle oder sogar E-Scooter an, was dem Senior die Teilnahme erleichtert, während die Kinder auf Entdeckungsreise gehen können. Ein entscheidendes Kriterium bei der Auswahl ist das Siegel « Reisen für Alle », ein in Deutschland anerkanntes Kennzeichnungssystem, das verlässliche Informationen zur Barrierefreiheit liefert.

Praxisbeispiele: Barrierefreie Ausflugsziele in Deutschland

Das Klimahaus Bremerhaven 8° Ost bietet eine Reise um die Welt auf durchgehend barrierefreien Wegen mit Aufzügen und behindertengerechten WCs. Die ZOOM Erlebniswelt in Gelsenkirchen ist nicht nur für ihre weitläufigen, ebenen Wege bekannt, sondern bietet auch E-Scooter zum Ausleihen und regelmässige Ruhebänke an. Der Palmengarten in Frankfurt punktet mit ebenen Wegen, Leihrollstühlen und sogar speziellen Führungen für Senioren. Alle genannten Attraktionen gewähren zudem Ermässigungen für Schwerbehinderte und meist freien Eintritt für eine eingetragene Begleitperson.

Eine gute Planung ist der Schlüssel zu einem entspannten Tag für alle. Klären Sie vorab die Verfügbarkeit von Behindertenparkplätzen, planen Sie feste Pausen in den Cafés ein und nutzen Sie Mobilitätsservices, wie sie beispielsweise die Deutsche Bahn kostenlos anbietet, für die An- und Abreise.

Das Wichtigste in Kürze

  • Ganzheitlich planen, gezielt fördern: Betrachten Sie Ihr Zuhause als Gesamtsystem. Ein Umbau ist nur dann erfolgreich, wenn alle Bereiche (Bad, Türen, Treppen) aufeinander abgestimmt sind.
  • Fördertöpfe strategisch kombinieren: Nutzen Sie den KfW-Zuschuss für bauliche Einzelmassnahmen und den Pflegekassen-Zuschuss für wohnumfeldverbessernde Hilfen. Beantragen Sie niemals für die gleiche Massnahme bei beiden Stellen.
  • In « unsichtbare Helfer » investieren: Moderne Technologien wie Sturzsensoren oder smarte Heizungssteuerungen erhöhen die Sicherheit und den Komfort, ohne das Zuhause in eine Pflegeeinrichtung zu verwandeln.

Wie sparen Sie 20% Heizkosten durch intelligente Thermostate ohne Komfortverlust?

In der Diskussion um altersgerechtes Wohnen wird ein Aspekt oft übersehen, der Sicherheit, Komfort und erhebliche Kosteneinsparungen miteinander verbindet: die Heizungssteuerung. Herkömmliche Thermostate erfordern ständiges manuelles Nachregeln, was für Menschen mit eingeschränkter Mobilität oder Feinmotorik mühsam sein kann. Die Folge ist oft eine permanent zu hoch eingestellte Heizung, was zu unnötig hohen Kosten führt, oder eine zu kalte Wohnung, die das Risiko von Erkältungen und Kreislaufproblemen erhöht. Die Lösung sind intelligente, programmierbare Thermostate, ein weiterer « unsichtbarer Helfer » im barrierefreien Zuhause.

Diese modernen Systeme ermöglichen es, für jeden Raum individuelle Heizprofile zu erstellen. So kann das Badezimmer morgens und abends automatisch auf eine angenehme Temperatur von 23°C geheizt, nachts und tagsüber aber auf eine Grundtemperatur von 19°C abgesenkt werden. Das Schlafzimmer bleibt nachts kühl, während das Wohnzimmer tagsüber eine konstante Wohlfühltemperatur hat. Diese smarte Einzelraumregelung verhindert das Auskühlen der Räume und sorgt gleichzeitig dafür, dass keine Energie verschwendet wird. Studien belegen, dass durch solche Systeme eine erhebliche Ersparnis möglich ist. Laut BAFA-Studien ermöglichen intelligente Thermostate bis zu 30% Heizkostenersparnis, ohne dass man auf Komfort verzichten muss.

Die Investition in eine smarte Heizungssteuerung wird ebenfalls staatlich gefördert. Das Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle (BAFA) bezuschusst im Rahmen der Bundesförderung für effiziente Gebäude (BEG) den Einbau mit 15-20% der Investitionskosten. Da sich die Anschaffung durch die Energieeinsparung oft schon nach zwei bis drei Jahren amortisiert, ist dies eine der wirtschaftlichsten Massnahmen für mehr Komfort und Sicherheit im Alter. Es ist der perfekte Abschluss einer ganzheitlichen Wohnraumanpassung, der die Lebensqualität spürbar und nachhaltig verbessert.

Um das volle Potenzial auszuschöpfen, ist es wichtig, die Prinzipien der smarten Heizungssteuerung und deren finanzielle Vorteile zu verstehen.

Ein barrierefreier Umbau ist eine Investition in Ihre Zukunft und Ihre Lebensqualität. Wie dieser Leitfaden zeigt, geht es um weit mehr als nur um die Finanzierung eines neuen Bades. Es geht um eine intelligente und vorausschauende Planung, die Ihr gesamtes Zuhause sicherer, komfortabler und lebenswerter macht. Beginnen Sie jetzt mit einer ganzheitlichen Bestandsaufnahme Ihres Zuhauses, um die passenden Massnahmen und Förderungen zu identifizieren und die Weichen für ein selbstbestimmtes Leben in den eigenen vier Wänden zu stellen.

Rédigé par Carolin Carolin Franke, Innenarchitektin und Beraterin für gesundes Wohnen (Baubiologie). Sie gestaltet funktionale Lebensräume für Familien, Homeoffice und altersgerechtes Wohnen.